Netzwerken für Kreative

Netzwerken für Kreative & warum das wichtig ist

In diesem Artikel geht es um das Vernetzen innerhalb der Kreativbranche und warum dieses Netzwerken auch auf andere Branchen ausgeweitet werden sollte.

Vernetzen ist das A und O, wenn man von einem Kreativ-Business leben möchte. Denn nur, wer sich mit anderen vernetzt, generiert darüber Aufträge, lernt Neues kennen, entwickelt sich weiter und macht auf sich aufmerksam.

Mithilfe von uns Kreativen können auch Branchen außerhalb der eigenen Kreativbranche wachsen. So hat die komplette Wirtschaft etwas von unserer Kreativität.

Auch während Workshops oder Seminaren kannst Du mit den anderen Teilnehmer*innen netzwerken.

Auch während Workshops oder Seminaren kannst Du mit den anderen Teilnehmer*innen netzwerken. Hier ein Workshop für die Akademie in Remscheid, den ich 2023 geben durfte. (Foto: © Roberta Bergmann)

Ich bevorzuge, ganz klassisch, das echte Treffen zwischen Menschen, daher findest Du hier:

8 Möglichkeiten für Offline-Networking

1. Besuche Veranstaltungen wie Konferenzen oder Messen Deiner Branche oder schließe Dich, Dir entsprechenden Netzwerk-Gruppen an. Sie bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit, Gleichgesinnte und Fachleute zu treffen und ins Gespräch zu kommen.

2. Suche nach lokalen Meetup-Gruppen oder Stammtischen, die sich mit Deinen Interessen oder beruflichen Zielen decken.

3. Werde Mitglied in Branchenverbänden oder Vereinen, die mit Deinem Fachgebiet in Verbindung stehen.

4. Besuche Fortbildungen, Seminare und Workshops, um Dein Wissen zu erweitern und gleichzeitig mit anderen Teilnehmenden und Dozent*innen ins Gespräch zu kommen.

Besuch eines Künstlerateliers in Rotterdam mit Studierenden der HBK Braunschweig

Besuch eines Künstlerateliers in Rotterdam mit Studierenden der HBK Braunschweig (Foto: © Roberta Bergmann)

5. Wenn Du eine Hochschule oder Universität besucht hast, tritt einer Alumni-Vereinigung bei. Diese bieten Networking-Möglichkeiten, um Kontakte mit ehemaligen Kommiliton*innen herzustellen.

6. Trete Sport- oder Fitnessgruppen bei. Sportliche Aktivitäten schaffen oft Gelegenheiten, sich zu vernetzen.

7. Besuche kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Kunstausstellungen oder Konzerte. Diese Orte bieten Gelegenheiten, mit Leuten ins Gespräch zu kommen.

8. Organisiere Netzwerktreffen mit Kolleg*innen oder Geschäftspartner*innen zum Mittagessen oder auf eine Tasse Kaffee.

Wie das Internet das Netzwerken verändert hat

Ich habe das Gefühl, immer weniger Menschen vernetzen sich aktiv und persönlich, also in alltäglichen Offline-Situationen. Vielleicht liegt das am Internet und den sozialen Medien. Wir haben das Gefühl, permanent informiert zu werden.

Ein Satz, den ich häufig höre, wenn ich offline unterwegs bin, lautet: «Ach Roberta, Du machst ja so viel und hast viele Projekte am Start. Ich verfolge das auf Facebook.» Oder: «Bei Dir läuft´s aber auch grad echt gut, was? Ich schaue mir Deine Stories auf Instagram an.»

Ein Phänomen ist hierbei, dass die Likes abnehmen. Viele Follower konsumieren nur noch die Infos, aber liken nicht mehr und sind somit noch passiver in ihrer Kommunikation.

Natürlich hat Social Media auch Vorteile gegenüber dem Offline-Treffen, denn wir können uns über weite Entfernungen vernetzen und blitzschnell austauschen. Ich habe mehr Kontakte zu interessanten Menschen denn je.

8 Möglichkeiten für Online-Networking

Online-Netzwerken bei einem Webinar oder einem Online-Workshop

Online-Netzwerken kannst Du bei einem Webinar oder einem Online-Workshop (Grafik: © Alexandra Koch, Pixabay)

1. Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Threads und Tiktok ermöglichen es Dir, berufliche und persönliche Kontakte zu pflegen und sich neu zu vernetzen.

2. Neben LinkedIn gibt es auch das Business-Netzwerk Xing (in Deutschland). Tritt LinkedIn und Xing Gruppen bei, die sich auf Deine Branche konzentrieren. (Ich empfehle Dir eher LinkedIn!)

3. Engagiere Dich in Foren und Communitys, die sich auf Deine Branche konzentrieren.

4. Besuche Webinare und Seminare zu Themen, die Dich interessieren. Schließe Dich auch Mastermind-Gruppen an. Dies ermöglicht Dir, mit Expert*innen und Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.

5. Die Plattformen Meetup und Eventbrite zeigen Dir Events und Treffen in Deiner Region an.

6. Hör Dir Podcasts an und kommentiere die Folgen. Du kannst auch Podcast-Gastbeiträge in Erwägung ziehen, um Dein Wissen zu teilen.

7. Erstelle einen Blog oder schreibe Gastartikel für Blogs Deines Fachgebiets. Dies kann Deine Sichtbarkeit erhöhen.

8. Wenn Du Freelancer bist, gibt es Plattformen wie Upwork, Fiverr oder Freelancer.com, auf denen Du Projekte finden und Dich mit Kund*innen und Kolleg*innen vernetzen kannst.

Die Vorteile von Online- und Offline-Netzwerken

Ich begebe mich am liebsten auf kulturelle Veranstaltungen, um Menschen persönlich zu treffen. Im Idealfall bringen sie mich in meinem kreativen Schaffen weiter. Seien es neue Kontakte für mein Netzwerk mit dem Ergebnis eines neuen Grafikauftrags oder neue Hörende für meinen Podcast – ich erlebe immer Win-Win-Situationen, wenn ich unter Leute gehe.

Gründerinnen-Tag in Braunschweig, Vortrag mit meiner Firma Tatendrang-Design

Gründerinnen-Tag in Braunschweig, Vortrag mit meiner Firma Tatendrang-Design (Foto: © privat)

Vor ca. 10 Jahren war offline das Erste, was mein Gegenüber mir sagte: «Ach, lange nicht gesehen. Und? Was machst Du so? Ich habe die Einladung zu Deiner Ausstellung bekommen.» Social Media verändert unser soziales Verhalten seitdem enorm. Ich glaube die Tendenz zu erkennen, dass wir inzwischen online mehr Anteil nehmen als offline. Dennoch glaube ich, dass reale Treffen mit Menschen aus Deiner Branche nachhaltiger sind, als eine Connection via Instagram oder Facebook.

Meine echten Freundschaften und besten Geschäftskontakte sind entstanden, weil ich die Leute im echten Leben offline getroffen habe. Darum engagiere ich mich für das Offline-Networking und praktiziere es weiterhin regelmäßig und mehrmals im Monat.

Seit Anfang 2019 habe ich eine eigene kreative Online-Community gegründet: «Der kreative Flow». Sie soll als Networking-Plattform für Kreativschaffende wie Dich dienen. Es gibt auch eine Facebookgruppe zum Vernetzen, zu der inzwischen schon fast 1500 Kreativschaffende zählen.

Podcastfolge von "Der kreative Flow" vom Facebookgruppentreffen auf der Leipziger Buchmesse (Grafik: © Der kreative Flow)

Podcastfolge von „Der kreative Flow“ vom Facebookgruppentreffen auf der Leipziger Buchmesse (Grafik: © Der kreative Flow)

Mir ist es wichtig, die Gruppenmitglieder auch persönlich kennenzulernen. Des Weiteren gibt es seit 2021 die Möglichkeit mich bei «Der kreative Flow» monatlich zu unterstützen, denn ich habe eine Membership bei Steady aufgebaut, zu der knapp 50 Personen zählen. Lies dazu auch gern meinen Erfahrungsbericht zur Plattform Steady hier auf dem Blog. Ich nenne Sie Flow-VIPs. Im Austausch lerne ich die Supporter ebenfalls näher kennen und wir netzwerken. Was für einen Unterschied das macht: In ein Gesicht zu schauen und sich zu unterhalten, statt nur online in der Gruppe zu schreiben.

Ich bin der Ansicht, dass Du beruflich als Kreative/r am erfolgreichsten wirst, wenn Du netzwerkst – offline sowie online.

Sich in andere hineinversetzen, um zu netzwerken

Wie willst Du sonst Deine zukünftige/n Auftraggeber*in und Kund*innen kennenlernen? Nur über Kaltakquise per Post, Mail oder Telefon ist das sehr mühselig. Um Beziehungen aufzubauen, musst Du Vertrauen schaffen, indem Du Dich vorstellst und ihr euch aufeinander einlasst. Es ist beim Netzwerken also wichtig, dass Du andere aktiv ansprichst. Ich sage mir immer: Denen geht es genauso wie mir. Sie suchen auch Gesprächspartner*innen zum Vernetzen, welche sie vielleicht weiterbringen. Und sie haben auch Angst andere selbst aktiv anzusprechen. Vielleicht sind sie mir sogar dankbar, wenn ich den ersten Schritt mache. Auf diese Weise habe ich schon großartige Leute für mein Netzwerk kennengelernt wie Lektor*innen, Verleger*innen, Kolleg*innen, CEOs.

Ich höre sehr gern anderen zu, wenn sie von sich erzählen, vorausgesetzt es ist interessant. Dann ist es auch egal, welcher Branche sie angehören. Ich habe mich schon öfter mit Bestatter*innen unterhalten, um mal ein branchenfremdes Feld zu nennen. Winfach weil ich den Beruf spannend finde. Auch Branchenfremde können sich im Nachhinein als zukünftige Kund*innen herausstellen.

Netzwerken auf einer Abendveranstaltung des Bundesjustizministeriums in Berlin, zu dem ich eingeladen war.

Netzwerken auf einer Abendveranstaltung des Bundesjustizministeriums in Berlin, zu dem ich eingeladen war. (Foto: © privat)

Ich habe schon mehr als einmal erlebt, dass ich ins Gespräch gekommen bin, ganz ohne geschäftliche Absichten, und dann ist daraus eine Geschäftsbeziehung geworden. Es ist also wichtig weniger voreingenommen zu sein, die Augen offen zu halten und sich zu vernetzen.

Ein Networking Trick, den ich habe und den ich Dir jetzt verrate

Für den Fall, dass Du angesprochen wirst und was über Dich erzählen sollst, lege Dir zuhause ein paar Sätze zurecht. Was Du machst, woran Du arbeitest oder eben, warum Du auf der Veranstaltung bist. Und dann vergiss nicht, Dein Gegenüber auch zu fragen, was er*sie macht!

Wir Menschen gehen nach Sympathie und knüpfen private oder geschäftliche Beziehungen mit Leuten, die wir mögen. Dies ist, meiner Meinung nach, das größte Argument für Offline-Netzwerken: Denn diese «Sympathie-Schwingungen» kannst Du besser wahrnehmen, wenn ihr euch von Angesicht zu Angesicht seht.

Mein finales Plädoyer an Dich: Geh öfter auf echte (Netzwerk)-Veranstaltungen und nimm dort die Vibes auf! Beobachte die Szenerie um Dich herum und dann sprich jemanden an oder nimm Augenkontakt auf! Oder lass Dich ansprechen und schau, was passiert! Vielleicht ergeben sich dadurch neue Impulse für Dein kreatives Schaffen.

Herzliche Grüße, deine Roberta

Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Podcast «Der kreative Flow», Folge 20.
Hier kannst Du sofort reinhören:

Podcastcover "Der kreative Flow"

 

Cover-Grafik: © Gerd Altmann, Pixabay

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