Welcher Kreativtyp bist Du?

Die Kreativtypen: Wer bist Du, wenn Du kreativ bist?

Wer bist Du, wenn Du kreativ bist? – Hast Du Dich das schon einmal gefragt? Wahrscheinlich eher nicht. Als ich 2018 mein Sachbuch «Kopf frei für den kreativen Flow» geschrieben habe, wollte ich mich mit dieser Frage beschäftigen. Es ließ sich für mein Buchkonzept auch gar nicht umgehen, denn ich wollte die Mechanismen des Arbeitens von Kreativschaffenden näher beleuchten. Wann verhält sich wer wie und warum: Wann kommt man in den Flow? Was benötigt man dazu? Gibt es verschiedene Typen von kreativen Menschen, sogenannte Kreativtypen? Wann klappt es nicht und warum und was hat das vielleicht mit dem eigenen kreativen Ich, dem Charakter, den inneren Einstellungen zu tun? 

Die vier Kreativtypen

Welcher Kreativtyp bist Du?

Durch meine Erfahrung mit anderen Kreativen, sei es noch aus dem Studium und später dann aus der Lehre und aus der täglichen freiberuflichen Arbeit in der Ateliergemeinschaft weiß ich, dass eben alle etwas anders ticken, wenn sie kreativ schaffen. So entwickelte ich die Idee von verschiedenen «Kreativtypen». 

Mit «Kreativtypen» meine ich tatsächlich Gruppen von Kreativen, die sich charakterlich und charakteristisch voneinander unterscheiden, indem wie sie kreativ arbeiten.
Die vier Typen heißen:

1. künstlerischer Rebell
2. virtuoser Perfektionist
3. enthusiastischer Träumer
4. rationaler Pragmatiker

Natürlich sind meine Kreativtypen Role-Models, also eher Idealtypen, keine tatsächlich existierenden 1 zu 1-Charaktere, das geht ja auch gar nicht. Dafür sind wir alle viel zu verschieden! 

Wenn Du wissen willst, welcher Kreativtyp Du am ehesten bist und welche Wirkung Du nach außen hast, dann lad Dir gern mein Freebie «Der Kreativtypen-Test» herunter.
In meinem Sachbuch findest Du den Test natürlich auch nochmal. Beides, Buch und Freebie, findest Du auch im Menüpunkt Flow Produkte.

Der kreative Prozess und wie Du ihn für Dich individuell findest: 

Kathy van Meegen

Kathy van Meegen (Foto: privat)

 

In meiner 2. Podcastfolge beschreibt die Designerin Kathy van Meegen, dass sie zwei Rollen hat, die sie einnimmt, wenn sie kreativ ist. Einmal «die Intuitive», das ist das lockere, entspannte kreative Arbeiten am Zeichentisch, wo sie ohne Plan arbeitet und wo Musik z. B. unterstützend wirken kann und ich nenne es jetzt mal «das kreative Chaos» um sie herum nicht stört. Und dann die zweite Rolle als «Planerin», wo kreativ gedacht und überlegt wird und wo jede Form von zusätzlichem Input wie Musik oder Ablenkung wie ein unordentlicher Schreibtisch Gift für das kreative Arbeiten wären. Das ist schonmal eine tolle Erkenntnis und eine eigene Beobachtung, die Du auch mal selbst ausprobieren kannst. Wie handhabst Du das? Frag Dich vielleicht mal:

Was lenkt mich vom kreativen Arbeiten ab? Was hält mich davon ab in den kreativen Flow zu kommen?

Diese Störfaktoren solltest Du unbedingt abstellen, um effektiver und effizienter im Arbeitsprozess zu werden. Und frag Dich: Was hilft mir, um in einen Kreativrausch, in den Flow, zu geraten? Welche unterstützenden Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein? Versuche diese Voraussetzungen für Dich und Dein eigenes Wohlgefühl beim Arbeiten zu schaffen. Ich weiß, das klingt trivial, also einfach. Aber mal ehrlich, wann macht man sich denn um so etwas bewusst Gedanken und leitet davon bewusst eine Handlungsänderung ab? Meistens ist man doch so im Alltags- und Arbeitstrott, dass man nicht darüber nachdenkt, wie man arbeitet und wie man besser und effektiver arbeiten könnte. 

Kathy sagt weiter, dass sie Zeitdruck braucht, um dranzubleiben und irgendwann auch ein Ergebnis zu haben. 

Druck ist gut, aber kann auch stressen: Das richtige Maß finden

Auch das höre ich von vielen Kreativen und kenne es natürlich auch selbst, das Gefühl, dass ich jetzt Gas geben muss, dass ich mich nicht mehr ablenken kann, weil einfach keine Zeit mehr dafür ist, weil die Zeit knapp wird. Zeitdruck macht einen zumeist automatisch effektiver. Aber er stresst auch. So lang es positiver Stress ist, der Dich antreibt, finde ich das auch völlig okay.
Aber manchmal wird es einfach zu viel Druck und das Ganze wandelt sich in destruktiven, negativen Stress. Das solltest Du vermeiden, denn das ist auf Dauer ungesund.

Vielleicht fragst Du Dich mal, ob Dir Zeitdruck und der damit verbundene Stress hilft! Und wenn ja, kannst Du es ja, wie Kathy machen, und Dir selbst eine Deadline verordnen, wenn es keinen Zeitdruck von Dritten gibt. 

Persönlich mag Zeitdruck nicht so gern. Ich fange lieber früh an und bin lieber «zu früh» fertig, als dass ich am Ende des Projekts in Stress gerate und Nachtschichten einlegen muss oder ein doppelt so hohes Arbeitspensum schaffen muss als normalerweise. Deshalb habe ich für mich entschieden, dass ich so nicht arbeiten möchte, weil es für mich ungesund ist. Daher bin ich eher der planende Kreativtyp.

Das bin ich beim Zeichnen und mit einem meiner Bilder.

Routinen schaffen Effektivität, finde Deine Arbeitsroutine

Und dann noch der letzte Punkt, den Kathy anspricht. Er bietet die Chance, sich selbst zu pushen und den inneren Schweinehund auszutricksen. Sie spricht davon, dass der Montag für sie so einen «Neustart»- oder «Reset»-Moment hat und sie deshalb gefühlt montags einfacher kreativ starten kann, weil alles «frisch» und «energievoller» scheint. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, ich kann am besten mit noch leerem Kopf morgens arbeiten. Vielleicht so, als wäre jeder Tag ein Montag. Meine kreative Kurve, zeigt einfach vormittags von 9–12 Uhr den höchsten Ausschlag. Je länger ich kreativ arbeite, desto langsamer werde ich auch und desto ineffizienter wird das Ganze. Hier greift das Pareto-Prinzip, also die 80/20-Regel. Ich schaffe ungefähr 80% der Arbeit in den ersten 20% meines Arbeitstages, während ich nur noch 20% in den 80% des restlichen Arbeitstages leisten kann. 

Hast Du schon analysiert, in welchen Tagesphasen Du besonders gut kreativ arbeiten kannst?

Vielleicht kannst Du das nutzen, wenn Du frei über Deinen Tag entscheiden kannst. Denn so lässt sich auch Zeit sparen. Ein effektiver 6-Stunden-Tag bringt mehr als ein ineffektiver 9-Stunden-Tag, bei dem man eben circa 3 Stunden davon durchhängt und sich quält. Mein Ziel ist es, nicht mehr als 6 Stunden pro Tag zu arbeiten. Und das erreiche ich auch in meiner Selbständigkeit des öfteren. 

Und was Kathy auch noch in Ihrem letzten Satz sagt, ist, dass man positive Gründe für das kreative Arbeiten suchen sollte, anstatt negative Gründe gegen das kreative Arbeiten zu suchen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Es ist Deine Grundeinstellung und die sollte positiv sein.

Um noch einmal die unterschiedlichen Kreativtypen ins Spiel zu bringen: Je nach Kreativtyp gehst Du unterschiedlich mit den eben beschriebenen Situationen um. In meinem Test habe ich verschiedene Szenarien anhand von Eigenschaftswörtern und einer Typenbeschreibung aufgezählt und beschreibe so das Verhalten des Kreativen genauer (seine Stärken und Schwächen)!

Aquarellfarbkästen als Zeichen von Kreativität

Die Freiheit des kreativen Arbeitens

Juli Gudehus

Juli Gudehus (Foto: Screenshot aus einem Video)

 

Ebenfalls in meiner 2. Podcastfolge beschreibt die Designerin Juli Gudehus, wie privilegiert sie ist, dass sie die Freiheit hat, sich ihre Projekte und Sparringspartner aussuchen zu können.

Was ich an Julis Antwort im Podcast so toll finde, ist die Idee, dass wir alle Freude an unserer Arbeit haben sollten, denn nur so kann man auch etwas authentisch transportieren. 

Ich habe auch gelernt, dass Kreativprojekte, Bücher, Bilder, Produkte – egal was ich kreativ erschaffe, am besten funktioniert und angenommen wird, wenn ich selbst voll und ganz dahinter stehe. Wenn man meiner Arbeit den Spaß und die Leidenschaft ansieht, die ich dabei hatte, als ich es erschaffen habe. Und so ist es auch authentisch und so werde ich auch immer voll dahinter stehen und keiner kann mich da wirklich verunsichern oder von der Idee abbringen. 

Ich wünsche mir, dass Du Dir das Statement von Juli insofern zu Herzen nimmst, dass Du mal hinterfragst, warum Du das machst, was Du da kreativ machst? Und ob es das ist, womit Du Deine wertvolle Zeit, das einzige Leben, was Du ja hast, verbringen möchtest. 

Und jetzt eine Bitte und Hausaufgabe an Dich: Wer bist Du, wenn Du kreativ bist?

Hättest Du Lust, mir ein kurzes Statement als Sprachnachricht via Speakpipe für eine der nächsten Folgen meines Podcastes zu schicken? Z.B. Dein Statement zum kreativen Arbeiten und wie Du am besten in den kreativen Flow kommst oder Du stellst mir eine Frage, die Dir auf der Seele brennt. Vielleicht hat der heutige Blog-Beitrag ja schon etwas in Dir ausgelöst? Oder Du willst speziell etwas von mir wissen? Noch eine Sache zu Deiner Sprachnachricht: bevor Du startest, stell Dich bitte als Erstes in der Aufnahme kurz mit Deinem Namen vor, also in etwa so: «Hallo, ich bin Roberta Bergmann aus Braunschweig. Mich findet Ihr unter www.robertabergmann.de. Ich wollte wissen/erzählen,  …» usw.
Machst Du mit?


Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Podcast «Der kreative Flow», Folge 2.
Hier kannst Du reinhören:

Der kreative Flow-Podcast

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