
02 Nov. Impuls #60: Stoppe den Autopilot und erreiche Deine Ziele fokussiert
Im heutigen Impuls möchte ich erreichen, dass Du Dich mal von außen betrachtest, so als würdest Du Dich im kreativen Alltag selbst beobachten . Hinterfrage heute unbedingt mal Deine Kreativ-Routine!
Alle weiteren Impulse, die Dich aktiv kreativ(er) machen, findest Du übrigens hier auf dem Blog.
Bist Du ziellos oder hat Dein Handeln ein konkretes Ziel?
Betrachte Dein kreatives Schaffen einmal von außen, so als würdest Du Dich selbst beobachten. Ganz nach dem Motto, wer bist Du und womit verbringst Du Deine Zeit, wenn Du kreativ bist? Und wohin führt das? Worauf zielt das ab, was Du tust? Welche Ziele verfolgst Du konkret?
Ganz oft leben wir in einer Art Autopilot-Modus. Wir machen, was wir immer machen. Wir gehen die Wege, die wir immer gehen. Aber oft hinterfragen wir nicht (mehr), ob das so alles Sinn macht, ob dieser Weg der Optimale ist und was eigentlich nochmal das Ziel war.

Beobachte Dich selbst! (Foto: © Roberta Bergmann)
Das Pro und Contra zum Autopilot-Modus
Und genau hier wird es spannend. Denn Autopilot ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Er hilft uns dabei, unseren Alltag zu bewältigen. Wir müssen nicht jeden Morgen neu darüber nachdenken, wie wir Kaffee kochen, unseren Arbeitsplatz einrichten oder unsere E-Mails beantworten. Routinen geben uns Sicherheit und sparen Energie.
Problematisch wird es dann, wenn wir auch bei den Dingen auf Autopilot schalten, die eigentlich unsere Aufmerksamkeit, unsere Kreativität und unsere bewusste Entscheidung brauchen. Und gerade im kreativen Alltag kann das schnell passieren.
Unsere Alltagsroutinen
Wir öffnen morgens den Rechner und schauen erst einmal in die Mails. Dann beantworten wir Nachrichten, springen kurz in Social Media, erledigen noch „schnell“ etwas Organisatorisches und irgendwann beginnen wir mit dem eigentlichen kreativen Arbeiten.

So sieht es aus, wenn ich nach all der Orga endlich mal zum Malen komme … (Foto: © Roberta Bergmann)
Oder wir arbeiten an einem Projekt weiter, weil wir eben schon so viel Zeit hineingesteckt haben – obwohl wir längst merken, dass es vielleicht gar nicht mehr das richtige Projekt ist.
Wir tun Dinge, weil wir sie immer getan haben. Nicht, weil wir uns heute bewusst dafür entschieden haben.
Und vielleicht ist genau das die entscheidende Frage: Wenn Du heute komplett neu anfangen würdest – würdest Du Deinen kreativen Alltag genauso gestalten wie jetzt?
Wenn Du bei dieser Frage kurz innehalten musst, ist das bereits ein ziemlich guter Hinweis.
Meine Tipps, um den Autopilot für einen Moment zu stoppen
2. Halte inne, bevor Du loslegst
Der einfachste Weg, den Autopiloten zu unterbrechen, ist: Nicht sofort weitermachen. Bevor Du morgens in Deine gewohnten Abläufe startest, nimm Dir ein paar Minuten und frage Dich:
– Was ist heute wirklich wichtig?
– Was möchte ich heute kreativ bewegen?
– Was bringt mich meinem eigentlichen Ziel näher?
– Was tue ich gerade nur, weil ich es immer so mache?
Das muss keine große Morgenroutine werden. Oft reichen fünf Minuten.
Der entscheidende Punkt ist, dass Du nicht einfach in den Tag hineinstolperst, sondern einmal bewusst entscheidest, wofür Du Deine Zeit und Deine kreative Energie heute einsetzen möchtest.
2. Hinterfrage Deine Routinen
Routinen sind praktisch. Aber sie sind manchmal auch ein Grund, das Hirn auszuschalten. Schau Dir mal Deinen typischen kreativen Arbeitstag an und schreibe möglichst ehrlich auf, was Du alles tust. Vom ersten Blick aufs Handy bis zum letzten Arbeitsschritt.
Und dann markiere drei Dinge:
– Was davon bringt mich wirklich weiter?
– Was davon kostet mich vor allem Zeit?
– Was davon mache ich eigentlich nur aus Gewohnheit?
Vielleicht stellst Du fest, dass Du jeden Tag eine Stunde mit Dingen verbringst, die für Dein eigentliches kreatives Ziel kaum relevant sind. Dann hast Du etwas Wertvolles entdeckt: eine Stelle, an der Du Deinen Autopiloten ausschalten kannst.
3. Definiere wieder Dein „Warum“
Manchmal verlieren wir unser Ziel nicht, weil wir es aufgegeben haben – sondern weil wir es aus den Augen verloren haben. Wir arbeiten an Projekten, produzieren Inhalte, entwickeln Ideen und erledigen Aufgaben. Aber irgendwann wissen wir gar nicht mehr genau, wohin das alles eigentlich führen soll.
Was möchte ich mit meiner kreativen Arbeit eigentlich erreichen? Dazu habe ich auch einiges in meinem Buch «Kreative Identität und Selbsterkenntnis» geschrieben. Schau da gern mal rein, wenn Du das Thema vertiefen willst.
Was ist Dein Warum? Vielleicht möchtest Du sichtbar(er) werden. Vielleicht möchtest Du ein eigenes Produkt entwickeln. Vielleicht möchtest Du Deine Kunst verkaufen, Menschen inspirieren, ein Buch schreiben oder einfach wieder mehr Freude am kreativen Prozess haben.
Es gibt dabei kein richtiges oder falsches Ziel. Wichtig ist nur, dass es Dein Ziel ist. Und wenn sich Dein Ziel verändert hat, dann darf sich auch Dein Weg verändern.
4. Erlaube Dir, Dinge nicht mehr zu tun
Das ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Punkte.
Denn wir denken oft: Wenn ich etwas einmal angefangen habe, muss ich es auch weitermachen. Wenn ich eine bestimmte Plattform aufgebaut habe, muss ich dort aktiv bleiben. Wenn ich immer montags bestimmte Inhalte produziere, muss das auch weiterhin so sein.
Aber: Nur weil etwas einmal funktioniert hat, muss es nicht für immer funktionieren. Und nur weil Du etwas lange gemacht hast, bedeutet das nicht, dass Du es auch weiterhin machen musst.
Mach deshalb einmal eine kleine „Stoppliste“.

Damit Dein Herz und Du gesund bleiben: Stopp sagen! (Foto: © Roberta Bergmann)
Nicht: Was möchte ich zusätzlich in meinen Alltag aufnehmen?
Sondern: Was kann ich weglassen? Welche Aufgabe? Welches Format? Welche Routine? Welches Projekt? Welche Verpflichtung? Kreativität braucht nicht nur Input und Aktivität. Sie braucht auch Raum. Manchmal entsteht genau dann wieder etwas Neues, wenn wir aufhören, immer noch mehr zu tun. Und glaub mir, es ist auch unheimlich befreiend, wenn man sich von Aufgaben löst.
Ich habe zum Beispiel entschieden, kein kommerzielles Grafikdesign als Dienstleistung mehr anzubieten. Es bringt zwar gutes Geld, aber es macht mich einfach nicht glücklich. Im Gegenteil, es klaut mir wertvolle Lebenszeit für Dinge, die mir wichtig sind, wie zum Beispiel meine Bücher oder dieser Podcast. Ich möchte das Gefühl haben, etwas Sinnstiftendes zu tun und bei einem Plakat oder Flyer für irgendeine Veranstaltung, die nach einem Monat für immer vergessen war, hatte ich nicht das Gefühl, etwas Nachhaltiges zu schaffen, sondern eher Fast-Design zu produzieren. Aber zurück zu Dir.
5. Baue bewusst kleine Experimente ein
Der Autopilot liebt bekannte Wege. Kreativität liebt dagegen Neugier. Deshalb: Mach bewusst Dinge anders.
Arbeite einmal zu einer anderen Tageszeit. Nutze ein anderes Medium. Verändere Deine Arbeitsumgebung. Entwickle eine Idee, ohne sofort darüber nachzudenken, ob sie „funktioniert“. Probiere ein Format aus, das Du bisher noch nicht gemacht hast. Und vor allem: Erlaube Dir, dass nicht jedes Experiment erfolgreich sein muss. Denn darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr darum, wieder bewusst Entscheidungen zu treffen, statt nur bekannte Muster abzuspulen.
Hierzu habe ich auch eine tolle Folge gemacht, schau mal hier:
Leg los!
Und jetzt bist Du dran: Vielleicht magst Du heute einmal Deine eigene kreative Woche aus der Vogelperspektive betrachten. Nicht mit dem Blick darauf, was Du alles geschafft hast. Sondern mit dem Blick darauf, wie Du Deine Zeit eigentlich eingesetzt hast. Was davon war bewusst? Was davon war Gewohnheit? Was davon hat Dich Deinem Ziel nähergebracht? Und wo bist Du vielleicht einfach nur auf einer bekannten Strecke weitergefahren, obwohl Du längst an einer Kreuzung stehst?
Der Autopilot lässt sich nicht komplett ausschalten. Und das muss er auch gar nicht. Es geht vielmehr darum, ihn zu erkennen. Zu merken: Ah, da mache ich gerade wieder etwas, weil ich es immer so mache. Und dann hast Du die Möglichkeit, kurz auszusteigen, neu zu entscheiden und vielleicht einen anderen Weg einzuschlagen. Denn kreatives Arbeiten bedeutet nicht nur, neue Ideen zu entwickeln. Es bedeutet auch, den Mut zu haben, die eigenen Wege immer wieder zu überprüfen.
Vielleicht ist heute ein guter Tag, um einmal nicht den Weg zu gehen, den Du immer gehst. Sondern den, der Dich wirklich dorthin führt, wo Du hin möchtest.
Das war mein 60. Impuls für Dich!
Danke fürs Lesen bis hierher! Gern kannst Du Dir diesen Artikel auch als Podcast anhören oder als Video auf meinem YouTube-Kanal ansehen.
Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn gern mit anderen Kreativen.
Mehr Tipps Deine Kreativität aufs nächste Level zu heben, findest Du auch in meinem Buch „Kopf frei für den kreativen Flow“.
Wenn Du noch direkt eine Fragen an mich hast, dann schreib gern einen Kommentar unter diesem Artikel. Ich freue mich in jedem Fall über Feedback von Dir zu dieser speziellen Aufgabe! Lass mich wissen, ob dieser Impuls etwas mit Dir gemacht hat!
Diesen Blogartikel als Podcastfolge anhören
Und hier kommt die Impuls #60-Podcastfolge zum direkten Nachhören:

Werde VIP-Unterstützer*in von „Der kreative Flow“

Du hast dafür meine ewige Dankbarkeit und bekommst analoge Post von mir zu Dir nach Hause sowie exklusive Bonusfolgen & die Teilnahme an meinem jährlichen Gewinnspiel!
Mit Deiner Unterstützung sicherst Du meine Arbeit für den Podcast und diesen Blog. Schau mal hier, wer diesen Blog schon alles unterstützt.

Noch keine Kommentare.