
16 März Impuls #59: Akuter Stress! – Meine sechs persönlichen Tipps
Im heutigen Impuls geht es um ein Thema, das uns alle irgendwann trifft: Stress im kreativen Alltag oder auch Stress ganz allgemein, der Deine Kreativität einschränkt. Ich gebe Dir sechs persönliche Tipps, wie ich mit akutem Stress umgehe.
Alle weiteren Impulse, die Dich aktiv kreativ(er) machen, findest Du übrigens hier auf dem Blog.
Stress erkennen – bevor er Deine Kreativität blockiert
Ich möchte Dir ganz konkrete Wege aufzeigen, wie Du akuten Stress sofort lindern kannst. Ich erzähle Dir nämlich, was mir hilft, wenn ich gestresst bin.
Doch wie erkennst Du, dass Du gestresst bist und vielleicht etwas dagegen tun solltest?
Bevor wir zu meinen Tipps kommen, lass uns kurz dahin schauen, wo Stress bei Kreativen überhaupt spürbar wird. Stress zeigt sich nicht nur im Kopf – er ist eine Kombination aus körperlichen, emotionalen und mentalen Signalen.
Körperliche Stresssymptome
•Verspannungen im Nacken-, Schulter- oder Kieferbereich
•Kopfschmerzen oder Migräne
•flache, schnelle Atmung
•Herzklopfen oder erhöhter Puls
•Magen-Darm-Beschwerden
•Müdigkeit oder Erschöpfung trotz Schlaf
•Schlafstörungen oder unruhiger Schlaf
•Zittern, innere Unruhe im Körper
•geschwächtes Immunsystem, häufige Infekte

Psychische / emotionale Stresssymptome
•Gedankenkreisen, Grübeln
•Konzentrationsschwierigkeiten
•innere Unruhe oder Nervosität
•Reizbarkeit oder schnelle Überforderung
•Kreativitätsblockaden
•Selbstzweifel, starker innerer Kritiker
•Gefühl von Kontrollverlust
•emotionale Erschöpfung oder Leere
•Rückzug oder Vermeidungsverhalten

Eustress und Distress
Stress kann positiv sein. Das ist sogenannter Eustress – z. B. kurz vor einem Vortrag oder einer Deadline, wo Du noch produktiv bist, aber oft kippt er in Distress, das ist vereinfacht gesagt negativer Stress, der Deinem kreativen Flow und Deiner Gesundheit schadet.
Wenn Dich das Thema Stress im Rahmen von Selbstfürsorge im kreativen Alltag brennend interessiert, möchte ich Dich auch nochmal auf mein Buch „Kreative Identität und Selbsterkenntnis“ hinweisen. Darin findest Du ein Kapitel, wie Du deine kreative Identität schützen und stärken kannst mit Impulsen zur Selbstfürsorge, zum kreativen Ich und zur Balance zwischen Schaffen und Sein.
Meine sechs persönlichen Tipps bei akutem Stress
Was mache ich, wenn ich akut gestresst bin und mein Körper und mein Geist mir eindeutige Signale schicken, dass ich etwas ändern muss.
1) Meditation oder progressive Muskelentspannung
Wenn mein innerer Kritiker am lautesten schreit, hilft mir eines am meisten: Innehalten. Atem wahrnehmen. Körper entspannen.
Geführte Meditationen oder progressive Muskelentspannung bringen mich zurück in den Moment. Nur 5–10 Minuten reichen manchmal, um wieder klarer zu denken und etwas runterzukommen. Ich habe z.B. eine Meditation, die knapp 40 Minuten dauert und bei der man eine Körperreise macht, tief atmet und sich versucht bei geschlossenen Augen und im Liegen zu entspannen. Dann höre ich manchmal mit der App «Plum Village» vietnamesische Mönchsgesänge (unbezahlte Werbung). Frag mich nicht, wie ich drauf gekommen bin, aber ich mag das sehr. Ich mag den röhrig rauhen Gesang und die seltame Lautsprache und den Singsang. Ich verstehe kein Wort, aber das ist auch egal. Es beruhigt mich.
2) Absolute Ruhe – und mein Astronaut-Projektor
Ein Tipp, den Du vielleicht nicht erwarten würdest: Kennst Du diese Sternennebel-Projektoren? (unbezahlte Werbung) Ich schalte meinen Sternen- oder Galaxie-Projektor an, der sieht aus wie ein kleiner Astronaut, projeziere an eine weiße Wand bzw an die Decke und verdunkle den Raum und lasse meinen Blick in diesen Lichternebel wandern. Am besten geht das liegend von der Couch oder dem Bett aus. Dieses „ins Leere oder ins Weite schauen“ beruhigt mein Nervensystem unglaublich stark.

So etwas Ähnliches habe ich: Galaxienebel-Astronaut (Foto: Proshop-Website)
3) Musik, die mich trägt und beruhigt
Wenn ich mich ausruhe, hinlege, z.B. um in den Nebel zu schauen, dann höre ich dazu manchmal auch eine Spotify-Playlist, die ich selbst zusammengestellt habe und die «Flow-Meditationsmusik» heißt. Ich habe die Playlist jetzt auf öffentlich gestellt und Du kannst sie gern abonnieren. Link in den Shownotes und auf dem Blog. Außerdem findest Du mich und meine Playlists bei Spotify unter meinem Klarnamen «Roberta Bergmann» und kannst mir da auch kostenlos folgen.
Klang und Musik kann tief regulieren. Gerade wenn ich gestresst bin, habe ich spezielle Musik, die mich beruhigt – etwa die von der Band «Beautiful Chorus». Musik kann mich sehr gut runterbringen, ablenken von Sorgen, Türen in meinem Inneren zu Gefühlen öffnen und diese kann ich dann näher betrachten, spüren und ggf. zulassen und rauslassen..
Apropos Rauslassen: Hier kommt der 4. Tipp
4) Weinen erlaubt
Ja – Weinen.
Gerade Kreative erleben oft intensive Gefühle, die nicht sofort in einen Ausdruck oder ein Werk fließen können oder sollen. Aber diese intensiven Gefühle sind da. Manchmal möchte man sie wegdrängen, verdrängen, aber meistens ist es doch besser, sie einmal zuzulassen. So empfinde ich das zumindest als gesünder.
Wenn also Tränen kommen wollen, wenn ich mich beim dem Versuch mich zu entspannen, irgendwo in einen ruhigen Raum begeben habe, dann lasse ich sie zu. Weinen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine echte körperliche Entlastung. Es tut gut. Es ist gesund.
5) Bewegung: Spazierengehen oder Sport

Das bin ich! Ich bin sehr gern draußen unterwegs zu Spaziergängen, aber auch zu Wanderungen. (Foto: privat)
Manchmal braucht es gar kein Denken und Hinlegen, sondern das Gegenteil: Bewegung.
Ein Spaziergang durch den Park, ein paar bewusste Schritte in der Natur oder einfach ein kurzer Lauf helfen mir, Stress buchstäblich aus dem Körper zu schütteln. Bewegung ist ein direkter Zugang zur Regulation unseres Nervensystems. Was ich auch öfter mache, ist, ich lasse meine Anspannung beim Tanzen raus. Und das mache ich allein im Wohnzimmer, sozusagen, wenn keiner zuschaut. Auch dafür habe ich eine Playlist bei Spotify angelegt und sobald ich die Musik höre, ist das wie der pawlowsche Hundreflex, also nicht, dass ich anfange zu sabbern, sondern ich fange an, mich rhythmisch zu bewegen. Ich bekomme Lust zu tanzen. Die Playlist bei Spotify heißt einfach «Flow-Tanzen» und ich habe sie für Dich auf öffentlich gestellt. Du kannst also gern mal reinhören. Link gibt es in den Shownotes und auf dem Blog.
6) Wärme: Baden oder Sauna
Wärme ist für mich wie ein Reset-Knopf. Ein heißes Bad oder ein Saunagang lässt die Anspannung aus den Muskeln und die Gedanken fließen. Der Körper entspannt – und mit ihm oft auch der Geist. Ich kann es sehr empfehlen. Und neulich habe ich auch gehört, dass Menschen gern baden, weil es sich ein bisschen so anfühlt wie der Mutterleib, in dem wir 9 Monate warm und im Wasser eingeschlossen waren. Ich persönlich habe daran noch nie gedacht und finde den Gedanken eher klaustrophobisch, haha, aber es kann natürlich sein, dass meine Körper-Erinnerung das anders sieht als mein Bewusstsein.
Meine Flow-Playlists gegen Stress
Passend zu dieser Folge habe ich drei meiner Playlists bei Spotify für Dich freigegeben – perfekt für verschiedene kreative Zustände:
FLOW-Tanzen – für mehr Leichtigkeit & Energie
FLOW-Meditationsmusik – zum Innehalten, Augenschließen & Zentrieren
FLOW-Geführte Entspannungstechniken – wenn Du begleitet werden willst bei Meditation und Entspannungsübungen
Mein 59. Impuls für Dich
Wenn Du akut gestresst bist, dann nimm Dir kurz die Zeit (dauert 5 Minuten) für eine Analyse, gehe einen Schritt zurück und betrachte Dich von außen: Was stresst Dich gerade? Welche Anzeichen von Stress zeigen sich bei Dir körperlich und geistig? Nach der Analyse nimm Dir einen meiner 6 Tipps für heute vor. Vielleicht in der Mittagspause oder nach Arbeitsende. Nimm Dir bewusst für Dich 30-60 Minuten Zeit und mache in der Zeit NICHTS anderes gleichzeitig, kein Multitasking, kein Handy. Gehe anschließend früh schlafen und versuche 8 Stunden zu schlafen. Wiederhole das ganze am nächsten Tag mit einem meiner anderen Tipps oder erfinde eigene Aufgaben, die Dich in die Entspannung bringen. Achte die sich anschließenden zwei Wochen mal auf Deinen Stresspegel und auf Deinen Körper und Geist – Wie geht es Dir? Wie kann es Dir (noch) besser gehen? Versuche, in den zwei Wochen entspannter zu sein, als Du es bisher warst.
Das war mein 59. Impuls für Dich!

„Raus in die Natur und eine Runde joggen!“ – auch das hilft mir bei Stress (Foto: Selfie beim Joggen)
Danke fürs Lesen bis hierher! Gern kannst Du Dir diesen Artikel auch als Podcast anhören oder als Video auf meinem YouTube-Kanal ansehen.
Ich hoffe, diese Tipps schenken Dir nicht nur Entspannung, sondern auch neuen kreativen Raum.
Wenn Dir diese Folge gefallen hat, dann teile sie gern mit anderen Kreativen, die gerade gestresst sind.
Wenn Du noch mehr Input zu dieser Frage brauchst, empfehle ich Dir außerdem mein Sachbuch «Kreative Identität und Selbsterkenntnis». Darin geht es um das Definieren seiner eigenen kreativen Stimme. Es fragt danach, wer Du bist, wenn Du kreativ schaffst und wo Du beruflich mit Deiner Kreativität noch hin möchtest. Im Buch geht es auch darum, von seiner Kreativtität gut leben zu können und erfolgreich zu sein.
Mehr Tipps Deine Kreativität aufs nächste Level zu heben, findest Du auch in meinem Buch „Kopf frei für den kreativen Flow“.
Wenn Du noch direkt eine Fragen an mich hast, dann schreib gern einen Kommentar unter diesem Artikel oder sprich mir bei Speakpipe eine Sprachnachricht ein. Ich freue mich in jedem Fall über Feedback von Dir zu dieser speziellen Aufgabe! Lass mich wissen, ob dieser Impuls etwas mit Dir gemacht hat!
Diesen Blogartikel als Podcastfolge anhören
Und hier kommt die Impuls #59-Podcastfolge zum direkten Nachhören:

Werde VIP-Unterstützer*in von „Der kreative Flow“

Du hast dafür meine ewige Dankbarkeit und bekommst analoge Post von mir zu Dir nach Hause sowie exklusive Bonusfolgen & die Teilnahme an meinem jährlichen Gewinnspiel!
Mit Deiner Unterstützung sicherst Du meine Arbeit für den Podcast und diesen Blog. Schau mal hier, wer diesen Blog schon alles unterstützt.
Noch keine Kommentare.